3. Fastenimpuls – Übungsweg der Freude
Ein wichtiger Schritt zu mehr Freude im Leben ist es, die Dankbarkeit zu kultivieren.
Dankbarkeit ist die Anerkennung all dessen, was uns unser Leben ermöglicht und dazu beiträgt, dass wir den gegenwärtigen Moment erleben dürfen. Die Dankbarkeit gilt als die Schwester der Freude. Wenn ich sehe, was ich alles unverdienterweise geschenkt bekommen habe, erfüllt mich das mit Freude. Ich schaue also nicht auf das, was mir fehlt, sondern auf die Fülle, die ich habe.
Viele Menschen erleben in der Natur eine tiefe Dankbarkeit. Sie sehen, wie alles wächst, ohne ihr Zutun, gratis. Sie erleben die Schöpfung als Geschenk. An vielen Stellen spricht auch die Bibel über das Wunder der Schöpfung. Der Psalmist bringt es so zum Ausdruck:
1 Preise den HERRN, meine Seele! / HERR, mein Gott, überaus groß bist du!
Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
2 Du hüllst dich in Licht wie in einen Mantel, du spannst den Himmel aus gleich einem Zelt.
10 Du lässt Quellen sprudeln in Bäche, sie eilen zwischen den Bergen dahin.
11 Sie tränken alle Tiere des Feldes, die Wildesel stillen ihren Durst.
12 Darüber wohnen die Vögel des Himmels, aus den Zweigen erklingt ihr Gesang.
13 Du tränkst die Berge aus deinen Kammern, von der Frucht deiner Werke wird die Erde satt.
14 Du lässt Gras wachsen für das Vieh und Pflanzen für den Ackerbau des Menschen,
damit er Brot gewinnt von der Erde
15 und Wein, der das Herz des Menschen erfreut, damit er das Angesicht erglänzen lässt,
mit Öl und Brot das Herz des Menschen stärkt.
16 Die Bäume des HERRN trinken sich satt, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat,
17 dort bauen die Vögel ihr Nest, auf den Zypressen nistet der Storch.
18 Die hohen Berge gehören dem Steinbock, dem Klippdachs bieten die Felsen Zuflucht.
19 Du machst den Mond zum Maß für die Zeiten, die Sonne weiß, wann sie untergeht.
24 Wie zahlreich sind deine Werke, HERR, / sie alle hast du mit Weisheit gemacht,
die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
33 Ich will dem HERRN singen in meinem Leben, meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin.
Psalm 104 in Auszügen
Dritte Übung
- Gehen Sie in die Natur und nehmen Sie achtsam wahr, wie jetzt im Frühling alles zu sprießen und zu blühen beginnt!
- Meditieren Sie den Psalm 104 und spüren Sie die Dankbarkeit und Freude des Psalmisten.
- Vielleicht singen Sie gerne und es kommt Ihnen ein Danklied in den Sinn, das Sie zum Lob Gottes trällern wollen.
- Am Abend: Schließen Sie die Augen und rufen Sie sich drei Dinge aus Ihrem Tag ins Gedächtnis, für die Sie dankbar sind. Es kann alles sein: die Freundlichkeit eines Menschen, ein köstliches Mahl, die Wärme der Sonne, die Blumenpracht, …
- Schreiben Sie die drei Gründe für Dankbarkeit in eine Art Tagebuch. (Es ist nachgewiesen, dass das Führen einer Liste mit Dingen, für die man dankbar ist, im Laufe der Zeit eine positive Auswirkung hat. Man kann in schönen und schwierigen Zeiten nachlesen, wie reich man im Leben schon beschenkt wurde.)
- Nützen Sie jede Eucharistiefeier (übersetzt aus dem griechischen „Dankesfeier“) dafür, Gott zu danken.