„Mama! Macht der liebe Gott eigentlich auch Urlaub?“ Haben Ihre Kinder diese Frage auch schon gestellt? In den Sommermonaten, wo wir alle aufbrechen, Erwerbs- und Hausarbeit hinter uns lassen, um uns an einem schönen Fleck Erde zu erholen, könnte die Frage nach dem Urlaubsanspruch Gottes durchaus aufkommen. „Nein, mein Schatz! Gott macht nie Urlaub. ER ist immer bei uns, egal wo wir sind und was wir gerade machen und ER hört und hilft uns, wann immer wir ihn brauchen.“ Diese oder eine ähnlich Antwort werden Sie Ihren Kindern vielleicht geben.

Ist es nicht auch für uns Erwachsene ein schöner Gedanke, dass Gott mit uns geht und 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche 12 Monate hindurch für uns da ist, – egal ob wir durch den Alltag hetzen oder uns am Pool liegend die Sonne auf den Bauch scheinen lassen!?

Unsere Kinder können vor allem dann die Gegenwart Gottes im Urlaub erleben, wenn auch wir Erwachsene nicht darauf vergessen, dass ER mit uns unterwegs ist.

Wie wär´s mit einem kurzen Gebet/Lied bei Anbruch der Reise? Es braucht nicht viele Worte, z.B.: „Lieber Gott beschütze uns, wenn wir jetzt fortfahren. Schenke und eine gute, erholsame, gemeinsame Zeit und lass uns wieder gesund nach Hause kommen.“ Kinder und Erwachsene können einander auch (mit Weihwasser) ein Kreuzerl auf die Stirn machen. Unsere Tochter segnet gerne „ordentlich“ und dazu braucht sie viel Weihwasser. Aber Kinder lieben ja bekanntlich Wasserspiele. Und zu viel Segen hat noch niemandem geschadet. Also lassen wir sie in ihrem „heiligen Dienst“ walten. 
Auch unterwegs tut es gut, sich begleitet zu wissen. Das kurze Lied „Geh mit uns auf unsern Weg!“ bietet sich hier an. Mit diesem Kehrvers können Sie Ihre Kleinsten sogar in den Mittagsschlaf im Autositz singen.
Eine weitere Idee: Wenn Sie auf der Reise an einer Kirche vorbeikommen, nehmen Sie sich die Zeit für einen kurzen Besuch! Kirchen sind kulturell interessant und bieten oft auch Abkühlung bei großer Hitze. Aber vor allem sind sie ein Ort zum Kraft tanken und um mit Gott ins Gespräch zu kommen. Sie können mit Ihren Kindern eine Kerze für die Daheimgebliebenen anzünden und gemeinsam überlegen, was Sie bisher schon erlebt haben, wofür Sie danken und wofür Sie bitten möchten.   

Vielleicht ergibt sich ja sogar ein Besuch der Sonntagsmesse in der Ferne. Ich erlebe es als sehr bereichernd in mir bisher unbekannten Gemeinden die Messe mitzufeiern. Manches ist anders als daheim und liefert mir neue Impulse, anderes ist mir sehr vertraut und bietet mir somit in der Fremde ein Stück Heimat. Auch für die Kinder ist wahrscheinlich der Gottesdienst in einer anderen Kirche spannend, sodass sie vielleicht besser als daheim durchhalten. Und wenn nicht, dann machts auch nix. Hier kennt Sie niemand und Sie sind bald wieder weg. Sie brauchen also keine Angst haben, dass Sie in Zukunft schief angeschaut werden, weil sich Ihre Kinder in der Messe so ganz und gar nicht fromm benehmen ;-) Ich wollte einmal am liebsten im Erdboden versinken, als unsere Tochter schon nach der ersten Lesung so laut fragte, dass es alle in der Kirche hören konnten: „Is endlich aus? Gemma jetzt ins Kaffeehaus?“ Sie meinte mit dem „Kaffeehaus“ das Pfarrcafe, das in unserer Pfarre in Wien fixer Bestandteil des Sonntag-Vormittags ist.

Und was sagt wohl der Liebe Gott zu all dem? Egal, ob Sie das Segenslied bei der Autofahrt schief singen oder die Kinder beim Besuch der Kirche Radau schlagen – Er wird sich riesig freuen, dass Sie selbst auf Reisen nicht auf Ihn vergessen haben. Vielleicht kommt bei Ihm sogar ein bisschen Urlaubsstimmung auf…

Petra Wasserbauer